BRAND(T)AKTUELL   INFO 

                                                          

Wir berichten heute hier an dieser Stelle über eine

Spektakuläre Kunstaktion mit nachhaltigen Folgen.

Christian von Borczyskowski, Vorsitzender der Henry van de Velde-Gesellschaft und Mitglied unserer Gesellschaft, sowie Rolf Lieberknecht, stellvertretender Vorsitzender der Marianne Brandt-Gesellschaft, betreiben seit einiger Zeit den TANKSTELLE PROJEKTRAUM an der Zwickauer Straße, der sich längst als Ort der Kunst wie der Wissenschaft etabliert hat. Zusammen verfolgen wir mit dem TANKSTELLE PROJEKTRAUM, der Henry van de Velde-Gesellschaft und der Marianne Brandt-Gesellschaft die Idee, in Chemnitz ein Forum für vorbildliche Gestaltung zu etablieren bzw. die drei Einrichtungen ideell miteinander zu verknüpfen.

Ein sechs Meter langes schwarzes Holzboot zerschellte am 22. Oktober 2020 in freiem Fall und um die Längsachse trudelnd auf dem Theaterplatz in Chemnitz. Zuvor war es von einem Autokran auf 40 Meter Höhe gehievt worden. Das nur Sekunden schnelle Schauspiel haben Kameraleute eingefangen und Zufallsbesucher verfolgen können. Die kurze Kunstaktion überzeugt mit Nachhaltigkeit, weil sie sich nicht nur auf das Spektakel reduzieren lässt.

Mit „Crash and Reconstruction“ wollen Rolf Lieberknecht und Christian von Borczyskowski den lebensgefährlichen Fluchtweg von Afrika nach Europa verdeutlichen. Die gezeigte Performance vor der Oper ist Bestandteil der derzeitigen Ausstellung „Bootschaften vom Mittelmeer“ im TANKSTELLE PROJEKTRAUM.

Wie von Borczyskowski und Lieberknecht in der Freien Presse erklären, wird die exakte Lage der Bruchstücke des Bootes wie auf dem Theaterplatz vorgefunden im Industriemuseum Chemnitz rekonstruiert und dort in einer Exposition im nächsten Jahr zu besichtigen sein. Begleitet wird diese Ausstellung von einem Film über das Zerkrachen des Bootes, der als Endlosschleife in extremer Zeitlupe vorwärts und rückwärts zu bestaunen ist. Die Besucher erleben dann nicht nur das Scheitern mit dem Absturz und der Zerstörung des Bootes, sondern im Film auch das Wiedererstehen der zahllosen Bruchstücke zu einem vollständigen Boot. Prof. Lieberknecht spricht von einem Hoffnungsschimmer, wenn das wiedererstandene Boot auf der Leinwand nach oben im Weiß verschwindet.

Die Stadt hat das Projekt innerhalb der Kulturhauptstadtbewerbung gefördert und unterstützt. Die Aktion fand genau am Tag der Jury-Präsentation für die Chemnitzer Bewerbung statt. Eine außergewöhnlich gute und umfangreiche Medienreaktion bis hin zum “Bild des Tages“ über DPA werden Chemnitz als Stadt der Kunst bekannter machen. (UL/JF)

Fotos: TANKSTELLE PROJEKTRAUM, Marianne Brandt-Gesellschaft