Brand(t)aktuell 1/2020


Foto: Birgit Enzmann

Liebe Mitglieder und Freunde der Marianne Brandt – Gesellschaft, 

das neue Jahr liegt vor uns, füllen wir es gemeinsam mit Projekten ganz im Sinne von Marianne Brandt und dem Anliegen unseres gemeinnützigen Vereins.

Das Jubiläum 100 Jahre Bauhaus und viele Aktivitäten des Vorstandes im alten Jahr haben unsere Gesellschaft in vielfacher Weise konsolidiert. Die  neu gestalteten Studienräume in der Geschäftsstelle Heinrich-Beck-Str. 22  fanden zur  20. Auflage der Chemnitzer Museumsnacht das Interesse von über 700 Besuchern. Seitdem hat sich diese Zahl wesentlich vergrößert, denn die Aufmerksamkeit der Chemnitzer und ihrer Gäste hält bis heute an.

LIEBE*  – und ein origineller Bezug

Eine Karte mit diesem Wort erweckt Neugier . Was sich dahinter verbirgt, ist originell. Auf der Rückseite der Karte steht: „Marianne Liebe, geboren am 1. Oktober 1893 in Chemnitz, besser bekannt als Marianne Brandt.

Bilderstürmerin, Formgeberin, Revolutionärin.

Sie hat das moderne Design in Europa entscheidend mit geprägt und eine vormals nur von Männern beherrschte Welt bereichert. Wir widmen der berühmten Tochter unserer Stadt besondere Aufmerksamkeit und laden Sie herzlich ein, Ihren Besuch in der Stadt der Moderne mit Liebe zu würzen.”

Für mehr Informationen: chemnitz-tourismus.de/Liebe

Offensichtlich ist neuer Anfang für die Stadt und ihren Tourismus getan, vor allem auch auf dem Wege zur Kulturhauptstadt 2025. Ausstellungen im Industriemuseum und in den Kunstsammlungen zu MB sind wesentliche Schritte. Die Aufmerksamkeit für Marianne Brandt ist seit Bauhaus100 sehr gestiegen, nicht nur bei den Chemnitzern, sondern bei Freunden des Bauhauses in aller Welt. Das hat unsere Gesellschaft mit großer Freude im alten Jahr erfahren und genutzt.

Nächste Vorhaben

Die MBG wird sich an der diesjährigen Museumsnacht zur Industriekultur mit dem Projekt “Mit Pfiff“ von Prof. Rolf Lieberknecht am 16. Mai beteiligen. Die Besucher dürfen auf die Dekonstruktion einer Marianne Brandt – Leuchte gespannt sein. Eine Exkursion nach Dessau zum neuen Bauhausmuseum verbunden mit dem Besuch der Meisterhäuser ist für September geplant. Zum Geburtstag von Marianne Brandt am 1. Oktober ist eine Lesung mit Gudrun Parnitzke mit dem Titel „Wer weiß? Ich nicht. Hommage im Konjunktiv an Marianne Brandt“ vorgesehen. Unter dem Motto „Auf eine Tasse Tee mit Marianne“ werden Zeitzeugen gesucht und zu einer Gesprächsrunde einladen. Dabei hoffen wir auf die Unterstützung des Vorhabens durch unsere Mitglieder und Freunde per E-Mail oder persönlich.

Zusammenarbeit mit der Henry van de Velde Gesellschaft Sachsen

Auch in diesem Jahr möchten wir unsere Kooperation mit der Henry van de Velde Gesellschaft Sachsen e. V. fortführen und uns an ihren Veranstaltungen beteiligen. Zum Beispiel in der Villa Esche. Hier geht es am 17. März in einem Vortrag und einer Lesung um den Briefwechsel zwischen Henry van de Velde und Harry Graf Kessler. Der Vortrag von Dr. Anke Blümm, Klassikstiftung Weimar mit dem Titel „Von ‚kranken Bautypen‘ und ‚Reklame-Architekten‘“ zum Umgang mit dem Neuen Bauen 1933-1945 am 14. Mai dürfte auch für die MBG hochinteressant sein.

Ideen und Vorschläge immer willkommen

Wie schon beschrieben, vertrauen wir weiterhin auf Ihre bewährte Mitarbeit.

Auf ein neues erfolgreiches, kreatives und heiteres Jahr  2020!

Bitte vormerken: Die diesjährige Mitgliederversammlung findet am 11. März um 18:00 Uhr statt. Eine Einladung erfolgt rechtzeitig.

Mit herzlichen Grüßen

Ihre Marianne Brandt – Gesellschaft e. V.

Dr. Jörg Feldkamp, Vorsitzender

BRAND(T)AKTUELL  Ausgabe 1/2020

Newsletter der Marianne Brandt-Gesellschaft e. V.

Vorsitzender: Dr. Jörg Feldkamp, E-Mail: jfeldkamp@t-online.de

Geschäftsstelle Heinrich-Beck-Straße 22, 09112 Chemnitz

E-Mail: info@mariannebrandt-gesellschaft.de

Redaktion Newsletter: Dipl.-Journ. Ursula Lange, Pressesprecherin, Telefon: 0371 2802363, E-Mai: ullalange@gmx.net

 

BRAND(T)AKTUELL – Newsletter 03/2019

Liebe Mitglieder und Freunde der Marianne Brandt – Gesellschaft,

das Jubiläum 100 Jahre Bauhaus veranlasste die Marianne Brandt-Gesellschaft und die Henry van Velde Gesellschaft Sachsen zu einer gemeinsamen Exkursion am 19. Oktober in die Klassik-Stadt Weimar, zugleich Wiege des Bauhauses. Mit der Vereinigung der Hochschule für bildende Kunst und der Kunstgewerbeschule Henry van de Velde 1919 ging auch die Umbenennung in “Staatliches Bauhaus in Weimar” einher, dessen Direktor Walter Gropius die europäische Künstleravantgarde nach Weimar holte.

Weimar: Besuch des neuen Bauhaus-Museums

Im April 2019 eröffnete die Klassik Stiftung Weimar das neue Bauhaus-Museum. Es ist dem frühen Bauhaus gewidmet, das 1919 in Weimar gegründet wurde und bis 1925 in der Stadt ansässig war. Der Neubau lädt mit klarer Geometrie und einem großzügig gestalteten Vorplatz zum Aufenthalt ein. Der Entwurf von Heike Hanada, der in Kooperation mit Benedict Tonon entstand, ermöglicht Ein- und Ausblicke. Mit dem benachbarten Weimarhallenpark, dem Neuen Museum und der Ausstellung zur Zwangsarbeit im Nationalsozialismus ist hier in Weimar ein neues Museumsquartier entstanden.

Der imposante Betonkubus löste unter den Teilnehmern bereits vor dem Betreten einen angeregten Gedankenaustausch aus.

Die professionelle Führung durch die Dauerpräsentation vermittelte den Besuchern beider Gesellschaften einen Überblick zu einer der wichtigsten Bauhaus-Sammlungen des Landes, den weltweit ältesten Bauhaus-Bestand, dessen Grundstock Walter Gropius selbst legte. 13.000 Objekte und Dokumente umfasst die Sammlung der Klassik Stiftung Weimar heute. Zu den Schätzen gehören die berühmte Wagenfeld-Lampe oder die Teekanne von Marianne Brandt. Die Vergangenheit wurde Gegenwart. Die Exponate vermittelten mit den medialen Ergänzungen den Geist der Zeit, die Aufbruchsstimmung. Originalaufnahmen, Filme, Dokumentationen ließen die Teilnehmer die Geschichte hautnah erleben. Jeder konnte dabei seinen Reflexionen nachgehen, zum Beispiel ob und wie weit Henry van der Veldes seiner Zeit voraus war.

Oder was Marianne Brandt nach dem Besuch der ersten Bauhaus Ausstellung 1923 bewogen haben mag, ihre malerisches Werk fast vollständig zu vernichten und als Bauhausschülerin einen Neuanfang zu wagen. Natürlich freuten sich die Exkursionsteilnehmer besonders darüber, ihre Originale aus der Bauhausära zu bewundern.

Weltkulturerbe „Haus am Horn“

Der weitere Anlaufpunkt der Exkursion war das Haus am Horn.Das Musterhaus ist ein Versuchshaus des Bauhauses. Anlass zum Bau dieses Einzelhauses war die erste Bauhausausstellung von 1923. Es diente als Anschauungsobjekt dafür, wie sich die Meister und Schüler zeitgemäßes Bauen und Wohnen vorstellten. Erstmals wurde werkstattübergreifend gemeinsam geplant, gebaut und ausgestattet.

Den Teilnehmern wurde vor Augen geführt, wie mit einem Minimum an Aufwand größt mögliche Ergebnisse erzielt werden. Es ist die erste Einbauküche zu sehen oder Möbel im Baukastensystem. 1996 wurde das Gebäude als Teil von „Das Bauhaus“ und seine Stätten in Weimar, Dessau und Bernau von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Mit der Besichtigung der Nachbarbebauung, einer neuen Siedlung im Bauhausstil, endete das offizielle Programm der Exkursion.

Mit einem Rundgang durch die Innenstadt, geführt von Architektin Martina Wutzler oder einem Treff im Hotel Elefant konnte jeder den Tag auf seine Weise ausklingen lassen.

Fazit: Beide Gesellschaften schätzen die erste gemeinsame und ausgebuchte Bus-Exkursion mit den vielen neuen Erlebnissen und Eindrücken sowie guter Organisation als sehr erfolgreich ein.

Mit herzlichen Grüßen

Ihre Marianne Brandt – Gesellschaft e. V.

Dr. Jörg Feldkamp, Vorsitzender