Newsletter Brandt Aktuell 3/2018

Liebe Mitglieder und Freunde der Marianne Brandt Gesellschaft,

vermutlich hätte sich Marianne Brandt darüber gefreut, wie ihr 125. Geburtstag gefeiert wurde. Schließlich ging es bei den Veranstaltungen darum, ihr Werk und ihr künstlerisches Erbe vor dem Vergessen zu bewahren und den Gästen nahe zu bringen. Vor allem auch denjenigen, die es noch nicht oder nicht in dem Umfang kennen.

Jubiläum: 125 Jahre M. B.

So berichtete Kulturhistoriker Frank Werner aus Berlin am Montag, den 1. Oktober ab 19 Uhr  im Industriemuseum Chemnitz sehr anschaulich darüber, wie das einstige Atelier von Marianne Brandt im Prellerhaus rekonstruiert wurde und heute für die Besucher des Bauhauses Dessau zugänglich ist. Im Anschluss wurde der Film „stop styling“ von Gregor Hutz über den Formgestalter Prof. Karl Clauss Dietel gezeigt. Der Producer und Regisseur war extra aus Berlin angereist und beantwortete auch die Fragen der Teilnehmer.

Zuvor wurde in den Studienräumen der Marianne Brandt -Gesellschaft das Glas oder eine Tasse Tee auf die Jubilarin erhoben und vielfältige Gespräche über sie und ihr Wirken geführt. Dabei spielten die neu erworbenen Tee-Extraktkännchen sowie das Teekännchen von M.B. eine besondere Rolle.

Zu den Gästen und Gesprächspartnern zählte unter vielen anderen Hartwig Albiro, Theaterregisseur und einstiger Schauspielspieldirektor ebenso wie Eveline Rössler, ehemals Redakteurin der Freien Presse. Ihre Veröffentlichung über das verwahrloste Grab von Marianne Brandt hatte den Stein ins Rollen brachte und zur Gründung der Marianne Brandt Gesellschaft geführt. Die Initiatorin und jetzige Vorsitzende Carmen-Sylva Hueber freute sich sehr, dass Frau Rössler den Mitgliedsantrag für die MBG gleich vor Ort unterschrieb. Ein wahrlich guter Tag für den Beginn einer Mitgliedschaft.

Die Tür zu den Studienräumen im Marianne-Brandt-Haus war anlässlich des Jubiläums weit geöffnet, der Besucherstrom hielt sich dennoch in Grenzen, trotz mehrerer Hinweise darauf in der Freien Presse. Begründet zum einen, dass es ein Arbeitstag war, zum anderen, dass wohl  Marianne Brandt noch immer nicht in den Herzen der Chemnitzer angekommen ist.

Ein großes Dankeschön gilt an dieser Stelle der Freien Presse für einen ganzseitigen Beitrag über die Bauhaus-Ikone mit einem großformatigen Foto aus ihren besten Zeiten als Blickfang. Diese Veröffentlichung am 2. Oktober hat ganz bestimmt dazu beigetragen, den Lesern Marianne Brandt ein Stück näher zu bringen.

Das ist auf jeden Fall der Kulturwissenschaftlerin Dr. Anne-Kathrin Weise gelungen, die ebenfalls  am 2. Oktober in der Villa Esche Chemnitz ab 19 Uhr  ihr druckfrisches Buch „Marianne Brandt – Wegbereiterin des Produktdesigns“ präsentierte. Das Interesse der Chemnitzer war so groß, dass zusätzliche Stühle aufgestellt wurden. Die Autorin, die in der Schweiz lebt und arbeitet, ließ anhand von vielen, auch unbekannten Fotos und ihrer informativen Darstellung das Leben der Bauhauskünstlerin Revue passieren. Der anwesende Formgestalter Prof. Karl Clauss Dietel, der das Vorwort zum Buch verfasste,  erzählte zur Freude der Teilnehmer über seine persönlichen Begegnungen mit Marianne Brandt. Nach einem regen Austausch mit den Besuchern signierte Dr. Weise die Bücher der vielen Interessenten.

Die MBG hat bewiesen, dass sie durchaus in der Lage ist, interessante Angebote ganz im Sinne von Marianne Brandt zu präsentieren. Gelungen ist das dank des Engagements vor allem von Carmen-Sylva Hueber sowie Birgit Enzmann, Andrea Hertel, Ursula Lange und Dietmar Vogel.

 

Mitgliederversammlung mit Neuwahlen

Die MBG ist auf einem guten Weg und wird auf ihrer Mitgliederversammlung am 23. Oktober, ab 19 Uhr in den Studienräumen Heinrich-Beck-Str. 22 die Bilanz ziehen und die Vorhaben für das Jubiläum 100 Jahre Bauhaus beraten. Wir freuen uns auf alle Mitglieder und eine konstruktive Diskussion.

Mit herzlichen Grüßen
Ihre Marianne Brandt Gesellschaft

Erinnerung an den Vortrag von Prof. Karl Clauss Dietel in der Sonntagsmatinee am 28.10.2018 im Industriemuseum um 10.30 Uhr

Prof. Karl Clauss Dietel: Marianne Brandt – 3 Zeiten

sonntagsmatinee 28.10/2018 um 10.30 uhr  anläßlich geburtstag von M.B.
Vortrag von Prof. Karl Clauss Dietel im Industriemuseum, Chemnitz
MARIANNE BRANDT – 3 ZEITEN

ÜBER M.B., WICHTIGSTE METALLGESTALTERIN AM BAUHAUS U. GRÖSSTE TOCHTER DER STADT CHEMNITZ, IHRE LEBENSABSCHNITTE IN WEIMAR, PARIS, DESSAU, GOTHA BIS 1933.

ZU IHRER INNEREN EMIGRATION BIS 1945, IHREN NEUANFANG UNTER MART STAM IN DRESDEN 1948, NEUERLICHEN KONFLIKTEN MIT DOGMEN U. ÜBER IHRE ZEIT DANACH IN IHRER GEBURTSSTADT CHEMNITZ. ZUM VERSUCH UNSERER ANNÄHERUNG U. ÜBER DEN LEBENSABEND.

Schenkung Bernd Freese …

… aus Frankfurt/Main zum 125. Geburtstag an die Marianne Brandt-Gesellschaft

Ganz herzlichen Dank an Herrn Freese.

Rückblick 1. Oktober

Sitzend Herr Gregor Hutz, der den Film “Stop styling” über Karl Clauss Dietel produziert hat. Dieser ist ab sofort in der Marianne Brandt Gesellschaft erhältlich.
Stehend Frank Werner, der den hoch interessanten Vortrag über die Problematik bei der Rekonstruktion des Ateliers von Mariannne Brandt in Dessau im völlig entkernten Prellerhaus  berichtete.

Zum 125. Geburtstag von Marianne Brandt

„Marianne Brandt – eine Bauhauslegende aus Chemnitz “

Oktober: 07.10.2018, 14:00 Uhr, 15:00 Uhr, 16:00 Uhr
Treffpunkt: Heinrich-Beck-Str. 22 in den Räumen der Marianne-Brandt-Gesellschaft
In den Räumen der Marianne-Brandt-Gesellschaft Chemnitz sind Fotos und Repliken ihrer berühmt gewordenen Alltagsobjekte zu bewundern. Der Rundgang widmet sich dem Leben und Werk dieser außergewöhnlichen Frau.
Architektin Martina Wutzler spricht über Leben und Werk von Marianne Brandt. Sie zeigt mittels Fotos und Repliken ihre berühmt gewordenen Alltagsobjekte auf, warum diese außergewöhnliche Frau als Metallgestalterin am Bauhaus weltweit bekannt wurde und zu den größten Töchtern von Chemnitz gehört.

Das pünktlich zum 125. Geburtstag druckfrisch erschienene Buch von Dr. Anne-Kathrin Weise

Marianne Brandt – Wegbereiterin des Produktdesign

ist ab sofort auch in  der Geschäftsstelle erhältlich, auch von Anne-Kathrin Weise  am 01.10.2018 signierte Exemplare.

 

Tipps:  2 Filme über Karl Clauss Dietel:

1. https://www.mdr.de/echt/echt-simson-100.html
2. der Film “stop styling” von Gregor Hutz über Karl Clauss Dietel ist ab sofort in der Geschäftsstelle erhältlich.

Tipp: die Sendung ZEITZEICHEN, ein Beitrag des WDR vom 01.10.2018 von Christiane Kopka

zum  125. Geburtstag von Marianne Brandt
https://wdrmedien-a.akamaihd.net/medp/podcast/weltweit/fsk0/174/17419990/wdrzeitzeichen_2018-10-01_mariannebrandtbauhauskuenstleringeburtstag01101893_wdr5.mp3

Wir feiern den 125. Geburtstag von Marianne Brandt

Am 01.10.2018 finden statt um:

  • 11:00 Uhr ein Sektempfang in den Räumen der Marianne Brandt-Gesellschaft
  • 14.00 Uhr Gedenken am Grab
  • 16.00 Uhr Analyse und Vergleich von 3 Neuerwerbungen bei einer Tasse Tee:
    des Teeextraktkännchens und der Teekanne von Tecnolumen mit einer weiteren Replik – hier Stefano Pallanti

 

Sächsisches Industriemuseum um 19.00 Uhr
Das “Musteratelier Marianne Brandt” im Dessauer Prellerhaus – Recherche und Rekonstruktion

In den vergangenen Jahren fanden in Dessau tiefgreifende Arbeiten zur Erschließung und musealen Nutzung der historischen Bauhausgebäude statt. Teil dieses Projektes war die historische Rekonstruktion des Ateliergebäudes, das von den Bauhäuslern selbst als “Prellerhaus” bezeichnet wurde. Bei der wissenschaftlichen Recherche zeichnete es sich ab, dass zum Atelier Marianne Brandts die meisten Daten zur Umsetzung vorlagen. Zahlreiche Fotografien und Dokumente ermöglichen uns heute weiterführende Aussagen über die Einrichtung und das Leben Marianne Brandts in ihrer Dessauer Zeit zu treffen.

Der Vortrag berichtet über den aktuellen Forschungsstand zum Prellerhaus, seine Rekonstruktion und die hieraus gewonnenen Erkenntnisse zum Werk und zur Biografie Marianne Brandts.

ein Vortrag von Herrn Frank Werner (Bauhaus Dessau).

Frank Werner

  • geboren am 24. 10 1968 in St. Ingbert Saar
  • Tanzstudium in Hannover und Rotterdam
  • Kunststudium in Braunschweig und London
  • DAAD Stipendium
  • seit 2010 Freier Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Stiftung Bauhaus Dessau
  • Autor und Ausstellungsmitarbeiter im Bereich der Bauhausforschung
  • Dissertation zu den Karrieren von Bauhäuslern im Nationalsozialismus / TU Berlin

 

Im Anschluss daran der Film
“stop styling”

von Gregor Hutz über Prof. Karl Clauss Dietel. (Info zum Film)

Karl Clauss Dietel ist der Zeitzeuge, der Marianne Brandt nicht nur persönlich gut kannte, ihre wahre Wertschätzung sehr früh erkannte und in ihrem Sinne und somit dem des Bauhauses allgemein sein Lebenswerk entsprechend ausrichtete und noch ausrichtet, eine Verbindung von Form und Funktion. Die Nachhaltigkeit war in logischer Konsequenz mit einbezogen, lange bevor dieser Terminus in unser Bewusstsein trat. Von ihm stammt das Credo „Poesie des Funktionalen“!

 

Villa Esche, am 2.10.2018 um 19.00 Uhr
Marianne Brandt – Wegbereiterin des Produktdesign

Eine Buchvorstellung der Neuerscheinung
von Dr. Anne-Kathrin Weise

Als eine der bedeutendsten Gestalterinnen ihrer Zeit beeinflusste Marianne Brandt maßgeblich die Entwicklung des Designs des 20. Jahrhunderts. Das von Marianne Brandt gestaltete Gebrauchsgerät verkörpert das realisierte Programm des Bauhauses unter Gropius: funktional gestaltete, ökonomisch durchdachte und für die Serienproduktion geplante, oft auch realisierte Gegenstände. In ihrem letzten Jahr am Bauhaus hat sie kommissarisch die Metallwerkstatt geleitet, eine kaum zu überschätzende Leistung in der bisherigen Männer-Domäne. Die Entfaltung von Marianne Brandts Formgestaltung am Bauhaus zeigt exemplarisch die Entwicklung der Werkstatt von der Silberschmiedewerkstatt, wo „zur Serie geeignete Gegenstände, wenn auch völlig handwerklich“ und nur in Kleinserie hergestellt wurden, hin zu einer Modellwerkstatt für industrielle Serienprodukte, und dies auch mit der sozialen Zielsetzung, billige und schöne Produkte für den allgemeinen Bedarf zu gestalten. Das Buch mit einem Vorwort von Prof. Karl Clauss Dietel  beinhaltet auch einen Wegweiser zu den Stätten ihres Wirkens.

Anne-Kathrin Weise wurde in Schwerin geboren und absolvierte ein Studium der Kulturwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin, wo sie 1995 in Kunstgeschichte über Leben und Werk der Bauhauskünstlerin Marianne Brandt promovierte. Dabei erstellte sie erstmals eine umfangreiche Biografie und ein Werkverzeichnis, was Grundlage wurde für weitere Forschungen. Lange Zeit lebte sie in den USA. Dort hat sie in Camphill-Einrichtungen und für das Karl König Archiv gearbeitet. Seit 2017 ist sie Herausgeberin am Rudolf Steiner Archiv.

Referentin: Dr. Anne-Kathrin Weise

Preis: 10,00 €/erm. 5,00 €

Eine Veranstaltung der Villa Esche/GGG und der Marianne Brandt Gesellschaft e. V.