Jahresausklang

Fotografie Ronald Bartel. “Der einsame Skifahrer”, eine Installation für ein Kalender-Projekt der Partner Werkstätten aus Drahtgeflecht und Rohrfedern und zugleich eine Hommage an die leidenschaftliche Skifahrerin wie Fotografin Marianne Brandt

Liebe Mitglieder, Freunde, Freundinnen und Förderer der Marianne Brandt-Gesellschaft e. V.

zum Jahresende möchte sich der Vorstand bei Ihnen für Ihre Treue und Unterstützung bedanken. Auf das so erfolgreiche Bauhausjahr 2019, das unserer Gesellschaft wie dem Interesse an Marianne Brandt einen großen Schub verlieh, folgte leider dieses Corona bedingte Schicksalsjahr, das gerade auch dem Kulturbereich stark zugesetzt hat und immer noch zusetzt. Alle auf eine Begegnung ausgerichteten Aktivitäten mussten bis auf eine Ausnahme ausfallen. So auch die Chemnitzer Museumsnacht im Mai und der Ersatztermin im Oktober. Wir waren gut vorbereitet und Rolf Lieberknecht hatte eine bemerkenswerte Installation aus einer dekonstruierten Marianne Brandt-Leuchte in unseren Räumen installiert, begleitet vom intonierten Bauhauspfiff, einer Entdeckung, die nicht allen Bauhausinteressenten bekannt ist. Der Pfiff bleibt ungehört und die Installation harrt der Zeit nach Corona. Immerhin gelang uns zwischen den Schließungen die gut besuchte Lesung mit Gudrun Parnitzke in Zusammenarbeit mit der Chemnitzer Stadtbibliothek durchzuführen, bei deren Direktorin Elke Beer wir uns an dieser Stelle stellvertretend für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter noch einmal bedanken möchten. Dank gilt auch Herrn Bernd Freese, welcher die Sammlung unserer Gesellschaft auch in diesem Jahr wieder mit einer kostbaren Rarität bereicherte. An dieser Stelle möchten wir Frau Dr. Karin Schreiter als neues Mitglied begrüßen, welche seit vielen Jahren die Patenschaft über das Grab von Marianne Brandt übernommen hat. Dafür ebenso ein herzliches Dankeschön. Und nicht zuletzt gilt Dank unserer Mitarbeiterin Anett Schuster. Sie hat zu den Öffnungszeiten unserer Studienräume die Stellung gehalten, Besucher betreut, Kontakte geknüpft und gepflegt und sich aufgrund vielseitiger Talente sehr nützlich gemacht.

Aber was wäre die Gesellschaft ohne ihre Mitglieder? Gerade auch in dieser von einer weltweiten Pandemie heimgesuchten Zeit erweisen sich gesellschaftlicher Zusammenhalt, Verlässlichkeit und Rücksichtnahme als stärkster Schutz gegen das Virus und seine Folgen. Passen Sie bitte auf sich und andere auf! Mögen Sie gesund bleiben.

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen einen glücklichen Jahresausklang, ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Start in ein neues Jahr mit Zuversicht.

Der Vorstand

Dr. Jörg Feldkamp   Prof. Rolf Lieberknecht   Birgit Enzmann

 

 

BRAND(T)AKTUELL INFO 2/20

Chemnitz ist Europas Kulturhauptstadt 2025


Unsere Stadt hat es geschafft und den Titel geholt. Der Jubel nach einer vierjährigen Bewerbungszeit mit unzähligen Aktionen ist groß und verdient.

Die Mitglieder der Marianne Brandt-Gesellschaft e.V. Chemnitz (MBG) haben die Bewerbung unterstützt, gratulieren dem Programmrat und freuen sich riesig über die Entscheidung der Jury. Nach der Verkündung des Ergebnisses sagte die Schatzmeisterin Birgit Enzmann ganz spontan: „Chemnitz ist Kulturhauptstadt geworden, Wahnsinn, auf geht’s, mit neuen Plänen“. Der Titel ist also ein Ansporn auch für die ehrenamtliche Arbeit unserer Gesellschaft.

Mit dem Motto „C the unseen“ richtet die Stadt den Blick auf Ungesehenes und hatte damit Erfolg, den sie in den nächsten fünf Jahren erweitern wird.

Die Namensgeberin Marianne Brandt gehörte auch zu den Ungesehenen, als sich die MBG vor mehr als 20 Jahren gründete. Die in Chemnitz geborene  Bauhauskünstlerin war damals relativ unbekannt, obwohl ihre Werke bis heute in den Museen der Welt gezeigt werden. Nach Auffassung von Formgestalter und Zeitzeugen Prof. Karl Clauss Dietel ist Marianne Brandt „die größte Tochter der Stadt“. Inzwischen hat sich einiges verändert, es gibt eine Marianne Brandt Straße in Chemnitz oder einen Marianne Brandt Wettbewerb.

Das Marianne Brandt Haus hat über die Jahre einen guten Ruf in Chemnitz erlangt. Die neugestalteten Studienräume besuchten im vergangenen Jahr bei der 20. Auflage der Museumsnacht weit über 700 Chemnitzerinnen und Chemnitzer und deren Gäste. Zudem gab und gibt es nationale und sogar internationale Anfragen, um Leben und Werk von M.B. kennen zu lernen oder das Wissen zu vertiefen. Das Jubiläum 100 Jahre Bauhaus verhalf ihr zu einer  besonderen Würdigung. Die Bauhaus-Ikone ist zu Hause angekommen, gleichwohl wird die MBG nicht nachlassen, Projekte in ihrem Sinne auf die Beine zu stellen. Die Idee, die MBG mit der Henry van de Velde Gesellschaft unter der Dachmarke “Forum für vorbildliche Gestaltung” zu vereinen, gehört dazu.

Die Corona Pandemie hat 2020 mit einer dreimaligen Absage der Museumsnacht vieles verhindert. Wegen rasant steigender Infektionszahlen kommt es erneut zu einem Lockdown des Kulturbetriebes ab dem 2. November. „Das wird uns nicht abhalten, unsere künstlerische Installation von Rolf Lieberknecht mit dem Bauhauspfiff den Chemnitzerinnen und Chemnitzern und allen Interessierten vorzustellen, wenn das wieder möglich ist“, verspricht Dr. Jörg Feldkamp als Vorsitzender der MBG. Auf diese und andere Weise wird unsere Gesellschaft Chemnitz auf dem Weg zur Kulturhauptstadt 2025 begleiten.

Ursula Lange, Sprecherin der Gesellschaft