BRAND(T)AKTUELL – Newsletter 03/2019

Liebe Mitglieder und Freunde der Marianne Brandt – Gesellschaft,

das Jubiläum 100 Jahre Bauhaus veranlasste die Marianne Brandt-Gesellschaft und die Henry van Velde Gesellschaft Sachsen zu einer gemeinsamen Exkursion am 19. Oktober in die Klassik-Stadt Weimar, zugleich Wiege des Bauhauses. Mit der Vereinigung der Hochschule für bildende Kunst und der Kunstgewerbeschule Henry van de Velde 1919 ging auch die Umbenennung in “Staatliches Bauhaus in Weimar” einher, dessen Direktor Walter Gropius die europäische Künstleravantgarde nach Weimar holte.

Weimar: Besuch des neuen Bauhaus-Museums

Im April 2019 eröffnete die Klassik Stiftung Weimar das neue Bauhaus-Museum. Es ist dem frühen Bauhaus gewidmet, das 1919 in Weimar gegründet wurde und bis 1925 in der Stadt ansässig war. Der Neubau lädt mit klarer Geometrie und einem großzügig gestalteten Vorplatz zum Aufenthalt ein. Der Entwurf von Heike Hanada, der in Kooperation mit Benedict Tonon entstand, ermöglicht Ein- und Ausblicke. Mit dem benachbarten Weimarhallenpark, dem Neuen Museum und der Ausstellung zur Zwangsarbeit im Nationalsozialismus ist hier in Weimar ein neues Museumsquartier entstanden.

Der imposante Betonkubus löste unter den Teilnehmern bereits vor dem Betreten einen angeregten Gedankenaustausch aus.

Die professionelle Führung durch die Dauerpräsentation vermittelte den Besuchern beider Gesellschaften einen Überblick zu einer der wichtigsten Bauhaus-Sammlungen des Landes, den weltweit ältesten Bauhaus-Bestand, dessen Grundstock Walter Gropius selbst legte. 13.000 Objekte und Dokumente umfasst die Sammlung der Klassik Stiftung Weimar heute. Zu den Schätzen gehören die berühmte Wagenfeld-Lampe oder die Teekanne von Marianne Brandt. Die Vergangenheit wurde Gegenwart. Die Exponate vermittelten mit den medialen Ergänzungen den Geist der Zeit, die Aufbruchsstimmung. Originalaufnahmen, Filme, Dokumentationen ließen die Teilnehmer die Geschichte hautnah erleben. Jeder konnte dabei seinen Reflexionen nachgehen, zum Beispiel ob und wie weit Henry van der Veldes seiner Zeit voraus war.

Oder was Marianne Brandt nach dem Besuch der ersten Bauhaus Ausstellung 1923 bewogen haben mag, ihre malerisches Werk fast vollständig zu vernichten und als Bauhausschülerin einen Neuanfang zu wagen. Natürlich freuten sich die Exkursionsteilnehmer besonders darüber, ihre Originale aus der Bauhausära zu bewundern.

Weltkulturerbe „Haus am Horn“

Der weitere Anlaufpunkt der Exkursion war das Haus am Horn.Das Musterhaus ist ein Versuchshaus des Bauhauses. Anlass zum Bau dieses Einzelhauses war die erste Bauhausausstellung von 1923. Es diente als Anschauungsobjekt dafür, wie sich die Meister und Schüler zeitgemäßes Bauen und Wohnen vorstellten. Erstmals wurde werkstattübergreifend gemeinsam geplant, gebaut und ausgestattet.

Den Teilnehmern wurde vor Augen geführt, wie mit einem Minimum an Aufwand größt mögliche Ergebnisse erzielt werden. Es ist die erste Einbauküche zu sehen oder Möbel im Baukastensystem. 1996 wurde das Gebäude als Teil von „Das Bauhaus“ und seine Stätten in Weimar, Dessau und Bernau von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Mit der Besichtigung der Nachbarbebauung, einer neuen Siedlung im Bauhausstil, endete das offizielle Programm der Exkursion.

Mit einem Rundgang durch die Innenstadt, geführt von Architektin Martina Wutzler oder einem Treff im Hotel Elefant konnte jeder den Tag auf seine Weise ausklingen lassen.

Fazit: Beide Gesellschaften schätzen die erste gemeinsame und ausgebuchte Bus-Exkursion mit den vielen neuen Erlebnissen und Eindrücken sowie guter Organisation als sehr erfolgreich ein.

Mit herzlichen Grüßen

Ihre Marianne Brandt – Gesellschaft e. V.

Dr. Jörg Feldkamp, Vorsitzender